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Graz

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„Allein die Schönheit eurer Stadt verschafft euch einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil“, stöhnen Mitbewerber von Grazer Firmen. Schade für die Konkurrenz. Dass mitten in Graz ein begrünter Hügel mit wunderbaren Ausblicken auf die rote Dachlandschaft der Altstadt und die liebliche Landschaft rundum lockt. Dass die reiche Kunstszene vom altehrwürdigen Opernhaus über freie Theater, verschiedenste Festivals bis zu Jazz und unzähligen Galerien nie Langeweile aufkommen lässt.

 

Beginnen wir oben, mit ihrem Markenzeichen – dem Schloßberg. „Gradec“ (kleine Burg) nannten die slawisch sprechenden Einwohner eine Befestigungsanlage, die vor über tausend Jahren auf einem Felsvorsprung des heutigen Schloßbergs errichtet wurde und der darunterliegenden Stadt ihren Namen gab. Im Mittelalter und insbesondere im 16. Jahrhundert auf 400 m Länge ausgedehnt, dominierte die Festung das Bild von Graz. Bis, ja, bis 1809 Napoleons Truppen sie nicht einnehmen konnten. Ein Widerspruch? Nein. Die Schleifung der Schloßbergfestung war eine Friedensbedingung von Napoleon nach einem Sieg gegen die Österreicher. Geblieben sind der Uhrturm und der Glockenturm, freigekauft gegen Lösegeld der Grazer Bürger. Die hegen noch heute eine liebevolle Beziehung zu ihrem Schloßberg, der sich nun als romantischer Garten präsentiert. Zu besuchen entweder zu Fuß über die Schloßbergtreppe oder in den Panorama-Gondeln der Schloßbergbahn oder direkt durch das Berginnere im gläsernen Lift. Zwischen Mauerresten aus Romanik, Gotik und Renaissance wachsen teils südländische Pflanzen, eröffnen sich immer neue Blickwinkel und machen drei schicke Lokale mit kulinarischen Genüssen das Elysium perfekt.

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Auf der nächsten Etage – einer Murterrasse im Nordosten der Altstadt – erwartet Sie die Stadtkrone. Weltliches und religiöses Machtzentrum, geprägt von Habsburger Herrschern und dem Jesuitenorden, die die Krone mit architektonischen Perlen versahen. Die mittelalterliche Doppelwendeltreppe in der Burg – eine eigenwillige, mysteriöse Spielart der Gotik.


Das ehemalige Jesuitenkollegium aus dem 16. Jahrhundert – noch heute in Ausmaß und Strenge symbolhaft für die Bedeutung der Jesuiten als Träger der Gegenreformation und Gründer der ersten Grazer Universität. Das Mausoleum Kaiser Ferdinands II mit feingliedriger Fassade und prachtvoller italienisch anmutender Kuppellandschaft – es lässt erahnen, welche Blüte Graz als Residenzstadt des südlichen Habsburgerreiches im frühen 17. Jahrhundert erreichte. Und inmitten der Stadtkrone eine Kirche, an der sich der Zeitenlauf des Landes ablesen lässt: als gotische Hof- und Stadtpfarrkirche unter Kaiser Friedrich III erbaut, als Ordenskirche der Jesuiten in elegantem Barock ausgestattet und als Bischofskirche seit 250 Jahren religiöses Zentrum der Katholiken in der Steiermark.

 

Nun in die Bürgerstadt, das alte Handelszentrum um den Hauptplatz. Fassaden verschiedenster Stil-Epochen, enge Gässchen, versteckte Arkadenhöfe, mittelalterliche Klöster, feine Boutiquen, einladende Gastgärten fügen sich hier zu einem harmonischen Ensemble von ehrwürdiger Vergangenheit und pulsierender Gegenwart. Staunendes „Ah“ und „Oh“ lösen der gediegene Renaissancehof des Landhauses und das angeschlossene Zeughaus aus. Mit etwa 32.000 originalen Exponaten insbesondere aus der Zeit der Türkenkriege zählt es zu den bedeutendsten historischen Waffensammlungen der Welt und stellt die einstige Rolle von Graz als Bollwerk im Südosten unter Beweis. Auf Augenhöhe mit dem Altstadtkern steht jenseits der Mur ein Ausdruck modernen Selbstbewusstseins (das sich in Graz ja in vielen Bereichen offenbart). Doch stellt der „Friendly Alien“, das Kunsthaus Graz, seine gläsern schimmernde gewölbte Haut als Spiegel für Altstadt und Schloßberg zur Verfügung.

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